Kim Döhler startet bei der Cape Town Cycle Tour

Schwimmen. Radfahren. Laufen.

Kim Döhler startet bei der Cape Town Cycle Tour

Die Cape Town Cycle Tour ist das größte Radrennen der Welt am südlichsten Zipfel Afrikas.
Jährlich fahren mehr als 30.000 Teilnehmer die knapp 110 km lange Strecke über die Kaphalbinsel.Und dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit dabei zu sein.

Cape Town, Start des Rennens

Cape Town, Start des Rennens

Schon die Tage vor dem Rennen waren von Aufregung und Unsicherheit geprägt: Dramatische Feuer wüteten entlang der geplanten Route, so dass in Frage stand, ob die Cycle Tour überhaupt durchgeführt werden kann.
Doch die rund 35.000 Teilnehmer des diesjährigen Events und ich hatten Glück – zwar wurde die Strecke umgelegt und verkürzt, aber das Rennen konnte stattfinden.
Bereits die Tage zuvor war Kapstadt geflutet von Radfahrern: Wohin das Auge blickte bunte Trikots, schnittige Bikes und überall das verräterische Klacken der Radschuhe.

Schon am Vortag des Rennens stieg meine Aufregung ins Unermessliche. Nicht nur, dass es mein erstes Radrennen war, sondern auch ob der zahlreichen und unterschiedlichen Teilnehmer. Denn neben Profisportlern wie Mark Cavendish in der Elitegruppe umfasst das Starterfeld Radfahrer aller Leistungsklassen: Mountainbiker, Tandemfahrer, Hollandräder: auf den Straßen Kapstadts tummelte sich an diesen Tagen alles, was zwei Räder und Pedale hat.

Dann war endlich der große Tag gekommen: Punkt 8.30 Uhr fiel mein Startschuss und ich rollte mit 639 anderen Teilnehmern aus meiner Startgruppe an. Ich dachte, dass dies eher eine Rundfahrt als ein Rennen werden würde, denn die ersten Meter waren geprägt von Platzkämpfen und Ausweichmanövern. Meine Hoffnung, dass sich das Feld auseinanderziehen würde, musste ich leider schnell begraben. Aber mein Kampfgeist war stärker und die Uhr lief: Die ersten Kilometer führten über den bekannten Nelson Mandela Boulevard und gegen starke Windböen. Dann kamen die ersten Steigungen: Doch die zahlreichen Zuschauer und tosenden Anfeuerungen ließen jeden Schmerz in den Beinen vergessen.  Die Strecke führte weiter auf eine Stadtautobahn und Richtung Süden. Zeit, Gas zu geben. Endlich in Tritt gekommen hatte ich das Gefühl, über den Asphalt zu fliegen. Nach ungefähr 25 Kilometern war der Wendepunkt erreicht und die Route führte leicht bergab zurück in Richtung Stadt. Perfekt, um Schwung aufzu- und die letzten Kilometer in Angriff zu nehmen.
Nach 1:33 Stunde überquerte ich überglücklich und völlig euphorisiert die Ziellinie.

Die Cape Town Cycle Tour ist ein unglaubliches und unvergessliches Erlebnis. Die Streckenführung ist traumhaft schön, die Stimmung entlang der Strecke ist unglaublich, denn die Straßen sind gesäumt von jubelnden Menschen und Musik und eine sportliche Herausforderung ist das Rennen mit seinen vielen Teilnehmern aus der ganzen Welt allemal.
Schade, dass die diesjährige Strecke verkürzt wurde, aber umso mehr ein Grund, um noch einmal zu starten.